Das wichtigste zuerst - die Autos

Vor Kubas Unabhängigkeit war die Insel inoffiziell das Bordell und Spielcasino der USA. So waren Ende der Fünfziger Jahre jede Menge neuer und teurer Autos im Land. Nach der Blockade kamen dann gar keine Autos mehr ins Land. Aus der Not heraus begann man die Autos zu erhalten und mit der Zeit wurde daraus ein wahrer Schatz. Freilich wurden kreative kubanische Lösungen gefunden.

 

Das Auto das ich mit Maus und Elefant entdeckt habe, stamme aus dem Jahr 1954 und ist somit 63 Jahre alt, hat aber neue PC-Lautsprecher und einen Ventilator!

Fast alle Autos sind als Taxis unterwegs. Ein altes Cabrio hat vorwiegend Touristen als Kundschaft, die geschlossenen fahren als Sammeltaxis bestimmte Routen ab. Es gibt inzwischen auch neue moderne Autos, da es aber immer wieder zu Schwierigkeiten mit Ersatzteilen kommen kann und man an den neuen nicht mehr so viel selber Schrauben kann sind sie nicht sonderlich beliebt in Kuba.

Kubas Busse

In der "speziellen Periode" nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bekam Kuba ein riesiges Transportproblem. Die Ersatzteile für Züge und Busse aus der UDSSR blieben aus und immer mehr Fahrzeuge blieben liegen. Von A nach B zu kommen wurde zur größten Herausforderung. Schließlich reagierte man und gab Lizenzen für private Taxis und "Busse" heraus. Jeder der ein Fahrzeug mit Motor besaß wurde quasi über Nacht zum Transportunternehmer. So entstanden auch die LKW-Busse welche eher wie Gefängnistransporter aussehen als wie ein "öffentliches Verkehrsmittel".

Die Alternativen zum Auto sind sehr vielfältig

Wenn es in einem Land wenig Autos gibt greift man auf andere Lösungen zurück. Die Vielfalt in Kuba ist erstaunlich. Da gibt es Pferde- und Ochsenkarren und die passenden Kutschen. Auch Fahrräder sind eine Alternative. Als Kuba auf seine "spezielle Periode" zusteuerte und der Kubanischen Regierung klar wurde, dass das Benzin knapp werden wird, importierte sie kurzer Hand aus China 1 Mio. Fahrräder und die Kubaner wurden ein Fahrradfahrervolk.

Aus den Fahrrädern wurden Bicitaxis, also Fahrradtaxis. Aus den Mofas und Motorädern wurden gelbe Cocotaxis, oder man nimmt auf seinem Motorrad einfach Mitfahrer mit. Wenn der Hurrikan die Brücken zerstört dienen schließlich Ruderbote als Fähre. Es mögen nicht viele Wege nach Kuba führen, aber auf seinen Wegen gibt es viele Lösungen vorwärts zu kommen!

Das wohl gefährlichste und kreativste Fortbewegungsmittel ist das Chivichara. Diese Karren werden in den Bergen ganz im Osten der Insel den Berg hoch geschoben. Runter rollen sie von allein. Um zu steuern hat man an der Vorderachse 2 Seile befestigt, diese Ersetzen die Lenkung. Es sind sozusagen kubanische Seifenkisten im Alltags Einsatz.

Über Erhalt und Ende entscheiden die Ersatzteile

Wer einen fahrbaren Untersatz hat der schraubt und pflegt so gut er kann. Das Mofa steht schon mal im Wohnzimmer neben dem Sofa damit nix passiert. Gibt es absolut keine Lösung für ein fehlendes Ersatzteil wird das Auto nach und nach ausgeschlachtet und zur Ruine, aber erst ganz am Schluss!

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